Vereine sollten ihre digitalen Einnahmen nicht ungeprüft mit den Spendenzahlen einer Charity vergleichen. Beide Organisationstypen verarbeiten unterschiedliche Zahlungen: Bei Vereinen können neben Spenden auch Mitgliedsbeiträge und Zahlungen für Veranstaltungen in die Auswertung einfließen. Die Digitale Fundraising Studie 2026 zeigt zudem Unterschiede bei Transaktionszahlen, Beträgen und saisonalen Schwerpunkten.
Ein Vergleich kann trotzdem hilfreich sein. Er muss nur mit der richtigen Frage beginnen: Welche Zahl betrachte ich – und welche Zahlungen stecken dahinter? Wer das klärt, kann die eigene Entwicklung besser einordnen und passendere Ziele setzen.
Die Studie betrachtet vier Gruppen gesondert: Vereine, Charities, religiöse und politische Organisationen. Grundlage für die Zuordnung ist der Merchant Category Code (MCC), den eine Organisation bei der Registrierung mit RaiseNow ausgewählt hat. Ein MCC ist eine Kategorie, mit der Zahlungsanbieter die Art einer Organisation oder ihrer Tätigkeit einordnen.
Besonders wichtig ist die Definition der erfassten Zahlungen: Die Studie spricht in ihren Auswertungen zur Spendenanzahl auch über digitale Transaktionen, die mit RaiseNow Tools verarbeitet wurden. Bei Vereinen können dazu Mitgliedsbeiträge und Eventteilnahmen gehören. Ein Vereinswert lässt sich deshalb nicht automatisch als Anzahl freiwilliger Spenden lesen.
2025 erreichten Charities in der Studie die höchste durchschnittliche Zahl digitaler Transaktionen. Der Blick auf den Median ergänzt dieses Bild: Er zeigt den mittleren Wert innerhalb jeder Gruppe und wird weniger stark von einzelnen Organisationen mit besonders vielen Transaktionen beeinflusst.
| Organisationstyp | Durchschnitt 2025 | Median 2025 |
|---|---|---|
| Charities | 1.625 | 226 |
| Politische Organisationen | 668 | 146 |
| Religiöse Organisationen | 569 | 231 |
| Vereine | 550 | 269 |
Charities liegen beim Durchschnitt deutlich vorne. Beim Median liegen dagegen Vereine mit 269 Transaktionen über Charities mit 226. Das ist kein Widerspruch: Der Abstand zwischen Durchschnitt und Median zeigt, wie stark besonders transaktionsreiche Organisationen den Durchschnitt einer Gruppe prägen können.
Ein Verein kann digitale Einnahmen über mehrere Wege erzielen: etwa durch Spenden, Mitgliedsbeiträge oder Zahlungen für Veranstaltungen. Wenn diese gemeinsam betrachtet werden, entsteht ein anderes Bild als bei einer Organisation, deren digitale Transaktionen überwiegend Spenden sind.
Angenommen, ein Verein verzeichnet in einem Monat deutlich mehr digitale Zahlungen. Das kann ein gelungenes Ergebnis einer Spendenaktion sein. Es kann ebenso mit fälligen Mitgliedsbeiträgen oder einer gut besuchten Veranstaltung zusammenhängen. Erst die Trennung nach Zahlungszweck zeigt, was im Fundraising tatsächlich passiert ist.
Für die eigene Auswertung lohnt es sich deshalb, mindestens drei Fragen zu beantworten: Wie viele freiwillige Spenden gingen ein? Wie viele Transaktionen betrafen Beiträge oder Veranstaltungen? Und wie haben sich diese Bereiche gegenüber dem Vorjahr entwickelt? So wird sichtbar, ob eine Veränderung auf mehr Spender:innen, eine höhere Beteiligung von Mitgliedern oder einen anderen Anlass zurückgeht.
Das ist auch für die Planung wichtig. Wenn dein Verein Zahlungen für eine Veranstaltung unkompliziert entgegennimmt, ist das ein Erfolg für die digitale Zahlungsabwicklung. Für die Bewertung einer Spendenkampagne solltest du diese Einnahmen dennoch getrennt ausweisen.
Neben der Zahl der Transaktionen untersucht die Studie die durchschnittlichen Beträge. Auch hier unterscheiden sich die vier Gruppen 2025 deutlich:
| Organisationstyp | Durchschnittlicher Betrag 2025 |
|---|---|
| Charities | CHF 57 |
| Politische Organisationen | CHF 42 |
| Religiöse Organisationen | CHF 22 |
| Vereine | CHF 17,50 |
Charities erzielten 2025 den höchsten Durchschnittsbetrag, Vereine den niedrigsten der vier Gruppen. Daraus folgt nicht, dass Vereine ihre Unterstützer:innen weniger gut aktivieren. Die erfassten Transaktionen und Zahlungszwecke unterscheiden sich. Zudem kann ein Durchschnitt durch einzelne höhere Zahlungen beeinflusst werden.
Auch die Entwicklung innerhalb einer Gruppe ist aufschlussreich. Bei politischen Organisationen stieg der durchschnittliche Betrag laut Studie von CHF 41 im Jahr 2024 auf CHF 42 im Jahr 2025, während die durchschnittliche Zahl der Transaktionen von 717 auf 668 zurückging. Bei Charities stieg dagegen die durchschnittliche Transaktionszahl von 1.312 auf 1.625, während der durchschnittliche Betrag von CHF 66 auf CHF 57 sank.
Mehr Transaktionen bedeuten also nicht automatisch höhere Beträge pro Zahlung. Wenn du deine Zahlen bewertest, betrachte Anzahl, Betrag und gesamtes Volumen gemeinsam. Für Vereine kommt die Trennung zwischen Spenden und anderen Zahlungen hinzu.
Nein. Die saisonale Auswertung der Studie zeigt unterschiedliche Schwerpunkte. Bei Charities entfielen 2025 18,23 % ihres digitalen Jahresvolumens auf den Dezember. Religiöse Organisationen erreichten ihren höchsten Monatsanteil im März mit 17,99 %, rund um den Ramadan. Bei Vereinen waren unter anderem der Juni mit 10,62 % und der August mit 11,10 % stärker als der Dezember mit 6,19 %.
Diese Anteile beziehen sich jeweils auf das digitale Jahresvolumen der betreffenden Gruppe. Beim Vergleich der Vereine gilt erneut: Ein stärkerer Monat kann durch Veranstaltungen oder Mitgliedszahlungen mitgeprägt sein. Die Studie nennt Events als mögliche Erklärung für die stärkeren Sommermonate; aus den Monatswerten allein lässt sich die Ursache nicht bestimmen.
Für die Planung ergibt sich eine konkrete Aufgabe: Lege deine eigenen Monatszahlen neben den Kalender deiner Organisation. Markiere Spendenaktionen, religiöse Anlässe, Mitgliedsbeiträge und Veranstaltungen. Dann kannst du prüfen, welche Muster wiederkehren und welche Monate nur wegen eines einzelnen Ereignisses herausstechen.
Die saisonalen Daten und ihre Einordnung findest du im entsprechenden Kapitel der Fundraising Studie 2026.
Ein guter Benchmark vergleicht ähnliche Zahlungen über denselben Zeitraum und berücksichtigt den Organisationstyp sowie die Größe. Ein einzelner Durchschnittswert erfüllt diese Bedingungen selten.
Beginne mit deiner eigenen Vergleichsbasis. Trenne Spenden von Mitgliedsbeiträgen und Eventzahlungen, sofern diese bei dir anfallen. Vergleiche anschließend dieselben Monate oder Kampagnenzeiträume über mehrere Jahre. Notiere Änderungen, die die Zahlen beeinflusst haben können – etwa einen neuen Zahlungsweg, eine größere Veranstaltung oder einen zusätzlichen Spendenaufruf.
Erst danach lohnt sich der Blick auf externe Werte. Der Median kann dir dabei eine andere Perspektive als der Durchschnitt geben. Gleichzeitig bleibt der Studienwert ein Orientierungswert für eine Gruppe von Organisationen, kein Zielwert für deine einzelne Organisation.
Ein praktisches Beispiel: Dein Verein erhält in diesem Jahr mehr digitale Zahlungen als im Vorjahr. Nach der Trennung der Zahlungszwecke stellst du fest, dass vor allem Eventanmeldungen gestiegen sind, während die Zahl der Spenden ähnlich blieb. Das Ergebnis ist weiterhin relevant – es beschreibt aber einen Fortschritt bei Veranstaltungseinnahmen, nicht automatisch beim Spendensammeln. Für die nächste Spendenaktion kannst du nun ein eigenes Ziel und eine passende Auswertung festlegen.
Wenn du tiefer in die Planung einsteigen möchtest, findest du bei RaiseNow weitere Anregungen für ein Fundraising-Konzept. Für zeitliche Vergleiche stehen außerdem die Fundraising Studien aus früheren Jahren zur Verfügung.
Bei Vereinen können die ausgewerteten digitalen Transaktionen neben Spenden auch Mitgliedsbeiträge und Eventzahlungen enthalten. Hinzu kommen Unterschiede in Größe und Finanzierungsmodell. Vergleiche deshalb nur Kennzahlen, bei denen du weißt, welche Zahlungsarten sie umfassen.
Im Durchschnitt der Studienauswertung 2025 ja: Charities erreichten 1.625 digitale Transaktionen, Vereine 550. Beim Median lagen Vereine mit 269 jedoch über Charities mit 226. Beide Kennzahlen beantworten unterschiedliche Fragen und sollten gemeinsam gelesen werden.
Der Durchschnitt teilt die Summe aller Werte durch ihre Anzahl und kann durch einzelne sehr hohe Werte stark steigen. Der Median ist der mittlere Wert einer sortierten Gruppe. Bei den Transaktionszahlen der Charities 2025 liegen Durchschnitt und Median mit 1.625 und 226 weit auseinander.
Die Fundraising Studie 2026 weist für Vereine 2025 einen durchschnittlichen Betrag von CHF 17,50 aus. Bei der Interpretation ist zu beachten, dass digitale Transaktionen von Vereinen auch Mitgliedsbeiträge oder Eventzahlungen umfassen können. Der Wert ist daher kein allgemeingültiger Richtwert für die Höhe einer freiwilligen Vereinsspende.
In der Studienauswertung 2025 entfielen bei Vereinen 10,62 % des digitalen Jahresvolumens auf den Juni und 11,10 % auf den August. Der Dezember erreichte 6,19 %. Welche Zahlungen hinter diesen Monatswerten stehen, muss ein Verein für seine eigene Auswertung prüfen.
In der Auswertung 2025 erreichten Charities im Dezember 18,23 % ihres digitalen Jahresvolumens, Vereine 6,19 %. Die Studie zeigt damit unterschiedliche saisonale Muster. Sie belegt nicht, dass der Dezember für jeden Verein unwichtig ist oder dass jede Charity dann ihren besten Kampagnenerfolg erzielt.
Trenne zunächst Spenden, Mitgliedsbeiträge und Eventzahlungen. Betrachte anschließend für jede Kategorie die Anzahl der Transaktionen, die Beträge und die Entwicklung über vergleichbare Zeiträume. Damit erhältst du eine belastbarere Grundlage als mit einer einzigen Gesamtzahl.