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Zahlungsmethoden im Fundraising 2026: Insights und Trends

von Pia am

Welche Zahlungsmethode ist beim Online-Spenden am wichtigsten?

Das hängt vor allem von der Währung und der Zielgruppe ab. Laut der Digitalen Fundraising Studie 2026 entfielen 2025 bei digitalen Spenden in EUR 44,7 % des Volumens auf PayPal. Bei Spenden in CHF führte TWINT mit 77,6 %. Kreditkarten und bankbasierte Verfahren blieben ebenfalls relevant; Apple Pay gewann dort an Bedeutung, wo es angeboten wurde.

Für Organisationen ist die Frage nach Zahlungsmethoden deshalb Teil der Gestaltung ihrer Spendenformulare. Wer nach einer Kampagne eine Spende tätigen möchte, sollte eine passende Zahlungsart finden und den Vorgang gut abschliessen können. 

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

Die Studie vergleicht den Anteil verschiedener Zahlungsmethoden am digitalen Spendenvolumen. Das ist eine wichtige Unterscheidung: Ein Volumenanteil sagt aus, wie viel Geld über eine Zahlungsart einging. Er sagt nicht, wie viele einzelne Menschen diese Zahlungsart gewählt haben.

Digitale Spenden 2025 In EUR In CHF
Führende Zahlungsmethode PayPal: 44,7 % TWINT: 77,6 %
Bankbasierte Verfahren bzw. Einzahlungsschein Bankbasiert: 28,2 % Einzahlungsschein: 11,2 %
Kreditkarte 23,8 % 6,5 %

Die Unterschiede zwischen den beiden Währungen sind deutlich. Daraus lässt sich jedoch keine Rangliste für jedes einzelne Land oder jede Organisation ableiten. Wer in mehreren Märkten Spenden sammelt, sollte die verfügbaren Zahlungsmethoden und die eigenen Ergebnisse je Markt getrennt betrachten.

PayPal führt bei digitalen Spenden in EUR

PayPal war 2025 die meistgenutzte Zahlungsmethode nach digitalem Spendenvolumen in EUR. Der Anteil stieg in der Auswertung von 35,9 % im Jahr 2023 über 39,9 % im Jahr 2024 auf 44,7 % im Jahr 2025.

Für Organisationen, die Spenden in EUR sammeln, ist das ein guter Grund, PayPal bei der Auswahl ihrer Zahlungsarten zu prüfen. Der hohe Volumenanteil zeigt, dass über diesen Weg viele digitale Spenden eingingen. Er beweist allerdings nicht, dass PayPal für jede Zielgruppe die höchste Abschlussrate erzielt oder dass ein Formular ohne PayPal zwangsläufig Spenden verliert.

Neben PayPal entfielen 2025 28,2 % des digitalen Spendenvolumens in EUR auf bankbasierte Zahlungsmethoden und 23,8 % auf Kreditkarten. Bankbasiert umfasst in der Studie SEPA Direct Debit, ELV und Banküberweisungen. Die Zahlen sprechen dafür, bei der Planung nicht nur auf die führende Zahlungsart zu schauen: Unterschiedliche Unterstützer:innen nutzen unterschiedliche Wege.

Bei Spenden in CHF dominiert TWINT

Bei digitalen Spenden in CHF erreichte TWINT 2025 einen Volumenanteil von 77,6 %. 2023 lag der Anteil bei 73,3 %, 2024 bei 74,4 %. Damit baute TWINT seine führende Position in der Auswertung über drei Jahre hinweg aus.

Für Organisationen mit Spenden in CHF ist TWINT entsprechend eine naheliegende Zahlungsmethode. Die Studie zeigt zugleich, dass weitere Wege genutzt werden: 2025 entfielen 11,2 % des digitalen CHF-Spendenvolumens auf Einzahlungsscheine und 6,5 % auf Kreditkarten.

Das führt zu einer praktischen Frage für dein eigenes Spendenformular: Finden Unterstützer:innen die für sie passenden Zahlungsarten, ohne lange danach suchen zu müssen? Besonders wenn du Spenden in EUR und CHF sammelst, lohnt sich ein getrennter Blick auf beide Zahlungsräume. Die Studienwerte unterscheiden sich erheblich; ein einheitliches Setup muss deshalb nicht für beide Zielgruppen gleich gut passen.

Welche Rolle spielen Apple Pay und Google Pay?

Auch Wallets gehören zum Bild digitaler Zahlungsmethoden. Die Fundraising Studie 2026 weist für Apple Pay 2025 einen Anteil von 4,9 % innerhalb der untersuchten Organisationen aus, bei denen die Zahlungsart genutzt wurde. Google Pay zeigt in dieser gesonderten Auswertung ebenfalls einen Anstieg, allerdings auf niedrigerem Niveau.

Diese Werte brauchen eine andere Einordnung als die PayPal- und TWINT-Zahlen. Die Wallet-Analyse umfasst Organisationen, die mindestens eine Transaktion über Apple Pay oder Google Pay verzeichnet haben, und betrachtet die Anteile innerhalb dieser Organisationen. Die 4,9 % sind daher kein Anteil am gesamten digitalen Spendenvolumen aller untersuchten Organisationen.

Für die Praxis heisst das: Wallets sind eine Option, die du im eigenen Nutzungskontext prüfen kannst. Die Studie zeigt eine zunehmende Nutzung von Apple Pay in der untersuchten Gruppe. Sie zeigt nicht, wie viele zusätzliche Spenden allein durch das Angebot von Apple Pay oder Google Pay entstanden sind.

Warum gehört die mobile Ansicht zur Payment-Entscheidung?

Eine Zahlungsmethode erscheint nie für sich allein. Unterstützer:innen begegnen ihr innerhalb eines Formulars – häufig auf einem Smartphone. Laut Studie wurden 2025 58,2 % des ausgewerteten digitalen Spendenvolumens mobilen Geräten zugeordnet. Bei weiteren 18,7 % konnte der Gerätetyp nicht eindeutig bestimmt werden; die verbesserte Geräteerkennung beeinflusst zudem den Vergleich mit früheren Jahren.

Noch deutlicher ist die mobile Nutzung bei kleineren Beträgen: In der Auswertung der Spenden von bis zu CHF 30 wurden 2025 96,87 % des digitalen Spendenvolumens mobilen Geräten zugeordnet. Das ist ein guter Anlass, die mobile Spendenstrecke selbst zu testen. Sind Beträge und Zahlungsarten gut zu erkennen? Bleibt der Ablauf verständlich, wenn die Person vom Formular zur Zahlung und zurück wechselt?

Ein solcher Test zeigt konkrete Hürden im eigenen Formular. Die Studienwerte geben dafür einen Ausgangspunkt, ersetzen aber keine Prüfung mit den Geräten, Zahlungsarten und Zielgruppen deiner Organisation. Wenn du die gesamte Strecke verbessern möchtest, lohnt sich neben dem Payment auch ein Blick auf Aufbau und Gestaltung deiner Spendenformulare. 

Wie findest du die passenden Zahlungsmethoden für deine Organisation?

Starte mit den Menschen, die du erreichen möchtest, und den Währungen, in denen sie spenden. Die Studie liefert Vergleichswerte. Deine eigenen Transaktionen zeigen, welche Zahlungsarten in deinem Fundraising tatsächlich verwendet werden.

Für einen ersten Überblick reichen drei Fragen:

  1. Welche Zahlungsarten werden genutzt? Vergleiche ihre Anteile am Spendenvolumen und, wenn möglich, auch an der Anzahl der Spenden. Eine Zahlungsart kann bei wenigen hohen Spenden einen grossen Volumenanteil erreichen.
  2. Wo findet die Spende statt? Teste den vollständigen Ablauf auf dem Smartphone und am Desktop – vom Spendenaufruf bis zur Bestätigung.
  3. Wo entstehen Fragen oder Abbrüche? Prüfe die Stellen, die du im eigenen Prozess beobachten kannst, statt aus Branchenwerten unmittelbar auf deine Abschlussrate zu schliessen.

Ein Beispiel: Eine Organisation sammelt Spenden in Deutschland und der Schweiz. Statt alle Ergebnisse in einer Auswertung zusammenzufassen, betrachtet sie EUR- und CHF-Spenden getrennt. So kann sie erkennen, welche Zahlungsarten ihre Unterstützer:innen tatsächlich nutzen und ob die Darstellung im jeweiligen Formular dazu passt. Die Studienwerte helfen bei der Einordnung; die Entscheidung über Änderungen trifft die Organisation anhand ihres eigenen Setups.

Auch der Spendenzweck und die Art der Zahlung können bei der Prüfung eine Rolle spielen. Eine einmalige Kampagnenspende und eine wiederkehrende Unterstützung führen Menschen möglicherweise durch unterschiedliche Abläufe. Teste deshalb die Wege, die du tatsächlich anbietest, und prüfe regelmässig, ob sie aus Sicht der Unterstützer:innen verständlich bleiben.

Häufige Fragen zu Zahlungsmethoden im Fundraising

Welche Zahlungsmethode wird bei digitalen Spenden in EUR am häufigsten genutzt?

Nach Spendenvolumen führte 2025 PayPal mit 44,7 % der ausgewerteten digitalen Spenden in EUR. Dahinter lagen bankbasierte Zahlungsmethoden mit 28,2 % und Kreditkarten mit 23,8 %. Die Anteile beschreiben abgewickeltes Volumen, nicht die Anzahl der Personen, die eine Methode gewählt haben.

Welche Zahlungsmethode ist bei Spenden in CHF am wichtigsten?

TWINT hatte 2025 mit 77,6 % den grössten Anteil am ausgewerteten digitalen Spendenvolumen in CHF. Einzahlungsscheine erreichten 11,2 % und Kreditkarten 6,5 %. Welche Zahlungsarten eine einzelne Organisation anbieten sollte, hängt zusätzlich von ihrer Zielgruppe und ihrem Spendenprozess ab.

Bedeutet ein hoher Volumenanteil auch eine bessere Conversion Rate?

Nein, aus dem Volumenanteil allein lässt sich keine Conversion Rate ablesen. Die Studie zeigt, über welche Zahlungsmethoden digitale Spenden abgewickelt wurden. Um ihren Einfluss auf Abschlüsse zu beurteilen, brauchst du Daten aus deinem eigenen Formular und solltest den gesamten Spendenprozess betrachten.

Werden Kreditkarten und bankbasierte Zahlungsmethoden noch genutzt?

Ja. Bei den ausgewerteten digitalen Spenden in EUR entfielen 2025 23,8 % des Volumens auf Kreditkarten und 28,2 % auf bankbasierte Verfahren. Bei Vergleichen der bankbasierten Werte über mehrere Jahre ist die in der Studie beschriebene eingeschränkte Vergleichbarkeit zu beachten.

Wie verbreitet ist Apple Pay bei digitalen Spenden?

Die gesonderte Auswertung der Fundraising Studie 2026 weist für 2025 4,9 % Apple-Pay-Nutzung innerhalb der dafür untersuchten Organisationen aus. Einbezogen wurden Organisationen mit mindestens einer Transaktion über Apple Pay oder Google Pay. Der Wert darf deshalb nicht als Anteil am gesamten digitalen Spendenvolumen aller Organisationen gelesen werden.

Sind mobile Zahlungsmethoden wichtiger als Desktop-Zahlungen?

Mobile Geräte spielen eine grosse Rolle: Ihnen wurden 2025 58,2 % des ausgewerteten digitalen Spendenvolumens zugeordnet. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Spende mobil erfolgt oder Desktop vernachlässigt werden kann. Prüfe beide Ansichten deines Formulars und berücksichtige, dass bei einem Teil der Transaktionen der Gerätetyp unbekannt ist.

Welche Zahlungsmethoden sollte mein Spendenformular anbieten?

Die Studie gibt keine allgemeingültige Kombination vor. Orientiere dich an den Währungen und Zielgruppen deiner Organisation, prüfe die Nutzung deiner bestehenden Zahlungsarten und teste den Ablauf auf mobilen Geräten und am Desktop. Die Ergebnisse zeigen dir, welche Änderungen für dein Fundraising sinnvoll sind.

 

*Bei Vergleichen über mehrere Jahre ist eine Einschränkung wichtig. Die Studie erklärt, dass der Wechsel von Organisationen auf neue RaiseNow Technologie zeitweise insbesondere die Verfügbarkeit bankbasierter Verfahren und damit die Vergleichbarkeit dieser Werte beeinflusst hat. Ein Rückgang oder Anstieg in der Grafik sollte deshalb nicht allein als Veränderung der Vorlieben von Spender:innen gelesen werden.